Psychopathie / dissoziale Persönlichkeit! Forum : Psychotherapie & Heilung

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Psychopathie :: Die (vermeintlich) dunklen Seiten der Seele.

Psychopathie / dissoziale Persönlichkeit! Forum : Psychotherapie & Heilung

Ist Psychopathie mittels Psychotherapie heilbar? Gibt es auch positive Aspekte, also eine positive Psychopathie? Was ist die dunkle Triade / Tetrade? Was bedeutet furchtlose Dominanz? Welche Form der Therapie ist bei Psychopathie und dissozialer Persönlichkeitsstörung wirksam? Sind Psychopathen generell dissozial und gefährlich? Diese und weitere Fragen klären wir in unserem Psychologie Selbsthilfe Forum für Psychotherapie und Psyche.

Psychopathie ist keine eigenständige Diagnose, sondern gilt gemeinhin als die Spitze dessen, was in den entsprechenden Klassifizierungswerken als Dissoziale Persönlichkeitsstörung geführt wird. (ICD-10 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen F 60.2 dissoziale Persönlichkeitsstörung — DSM-5 Antisoziale Persönlichkeitsstörung ASP) Um kaum eine andere psychische Verfassung ranken sich mehr Mythen, Horrorgeschichten und Verklärungen. Psychopathen werden stigmatisiert, nicht nur durch die Art der Darstellung in den Medien. Andererseits unterliegen sie auch einer Art Ikonisierung, in dem sie als äußerst smarte, scharfsinnige Personen von hohem sozialen Status gezeigt werden. Psychopathen sind sexy, entsprechen sie doch der Definition eines Raubtiers. Eine Art sozialer Superpredator.

Vorweg, die wenigsten Menschen, bei denen Sie erleben werden, dass sie als Psychopathen gehandelt werden, sind es tatsächlich. Um eine Diagnose zu erhalten, die dieses Krankheitsbild klar umreißt und abbildet, sind umfangreiche und aufwändige Verfahren notwendig. Das reicht von überaus intensiven und langwierigen Befragungen (mittels Fragebögen und persönlichem Kontakt), über Hirnscans, bis hin zu Augenuntersuchungen, um die Reaktionen der Pupillen auf diverse Reize zu testen. Die wenigsten Menschen unterziehen sich freiwillig diesem anstrengenden und teuren Prozedere, das, erfolgt es auf Eigeninitiative, nicht einmal in dieser dezidierten Form von den Kassen übernommen wird. Besonders nicht die Personen, die keinerlei Leidensdruck verspüren; wie es Psychopathen indes unterstellt wird. Das haben sie im Übrigen gemein mit sämtlichen  Störungsbildern des als antisozial definierten Spektrums.

Es gibt klare Richtlinien, so scheint es, wie sich Menschen zu verhalten hätten, deren Sein in einem Bereich stattfindet, in dem es kaum Angstgefühle, noch weniger Scham und weder Gewissen noch Skrupel gibt. In der Tat ist es so, dass ein Psychopath nicht mit seinem Verhalten identifiziert ist, was dazu führt, dass er dieses nicht als verwerflich empfindet, im Sinne einer moralischen Wertung. Ein Psychopath kann sein Verhalten als regelkonform oder nicht erkennen, als klug oder dumm bewerten (und entsprechend genervt darauf reagieren), aber er wird sich nicht großartig damit herumplagen, weil es in ihm keine weiteren Gefühle wie Scham o. ä. auslöst. Woher ich das weiß? Nennen wir es „persönliche Betroffenheit“.

Die Moral, die ein Psychopath sich selbst erschließen muss, weil er sie gefühlt nicht in sich vorfindet, sie muss sich nicht mit gängigen Vorstellungen decken, aber sie kann es und wird es in der Regel auch, weil es von Vorteil ist, hält man sich an gesellschaftlich etablierte Regeln. Und das wird ein Psychopath tun. Und zwar exakt so lange es nicht den größeren Vorteil bringt, sich nicht daran zu halten. (Hier findet sich ein weiterführender Text dazu.)

Erst damit (der Vorteilsnahme) wird es überhaupt interessant Regeln zu brechen. Denn auch wenn Psychopathie angeblich die Spitze des Eisberges des Dissozialen darstellen soll, im Übrigen eine Behauptung, die auf tönernen Füßen steht und von zahlreichen Forschern auf diesem Gebiet infrage gestellt wird, sind die wenigsten Psychopathen tatsächlich Kriminelle.

Prof. Hare, der die Checkliste für Psychopathie herausgebracht hat, bezeichnet Psychopathen indes als „soziale Kriminelle“, womit er wohl aussagen möchte, dass die vermeintlich schlechte, wenig mitfühlende Behandlung, die viele Psychopathen ihren Nächsten angedeihen lassen, für sich genommen bereits eine Art Verbrechen darstellen würde. Der gute Mann sollte es eigentlich besser wissen, schließlich kommt er aus der Verbrechensbekämpfung. Noch – und das ist gut so – ist alleine das ein Verbrechen, was klar gesetzlich als solches zu definieren und in diesem Sinne nachvollziehbar ist. Nur weil jemand keine guten Worte für sein Umfeld findet und sich grundsätzlich egozentrisch verhält, macht ihn das nicht zum Verbrecher.

Mittlerweile wird alles was nicht eindeutig übersüßt freundlich daherkommt, bereits mit dem Nimbus des Psychopathischen und Dissozialen belegt und entsprechend gegeißelt. Ein Umstand, der weite Teile der Gesellschaft zu potenziellen Psychopathen, Narzissten, Sadisten und Machiavellisten stempelt; ohne dass es dazu je eine Diagnostik am Betreffenden gegeben hätte. Somit ist die Gesellschaft geteilt in Schafe und Wölfe, in Opfer und Täter, in Raubtiere und deren Beute, in Schwarz und Weiß.  Man kennt diesen Populismus auch aus dem rechten Spektrum. Mittlerweile ist er leider auch immer mehr in der Psychologie angekommen, bzw. zu ihr zurückgekehrt; was an die dunkelsten Kapitel ihrer Geschichte gemahnt.

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Über das Schreiben in einem Selbsthilfe und Psychologie Forum, bzw. dessen Nutzen, finden sie hier eine Abhandlung vor. Im Forum gibt es mittlerweile bereits einiges an Informationen, die sich mit der Thematik (Psychopathie, toxische Beziehungen, Stigmatisierung etc. pp.) gezielt auseinandersetzen:

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Psychopathie: Stigmatisierung des Dissozialen

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